„Wir brauchen ein besseres Verständnis der gesamten Supply Chain“

Herr Pesnjak, Sie sagen, ein „grünerer“ Rohstoff mache ein Produkt nicht automatisch nachhaltiger. Aber geht es bei vielen Bemühungen im Bereich der Oleochemicals seit Jahren nicht genau darum, Alternativen zu finden, erst für petrochemische Rohstoffe, dann für Palmöl?

Doch, sicher. Aber wer wirklich nachhaltig agieren möchte, muss genau hinsehen. Der „Evergreen“ Palmöl ist das beste Beispiel: Verbraucher wissen aus der plakativen Berichterstattung, dass die große weltweite Nachfrage zu Regenwald-Rodungen und dem Verlust von Lebensräumen bedrohter Tiere geführt hat. Das wollen viele nicht unterstützen und fragen nach palmfreien Produkten, z.B. auf Basis von Kokosöl. Die Unternehmen stellen sich dann mit ihren Rezepturen darauf ein.
 

Halten Sie das für falsch? CREMER OLEO hat doch jede Menge Palm-Alternativen wie Kokos oder Raps im Angebot.

Das sind alles gute Alternativen – sie machen ein fertiges Produkt nur nicht automatisch nachhaltiger. Palmpflanzen sind sehr ergiebig: Würden wir unseren kompletten Palmöl-Bedarf einfach nur durch ein anderes pflanzliches Öl ersetzen, würde sich der Flächenbedarf für den Anbau vervielfachen. Die Konsequenzen für die Umwelt wären dramatisch. Nachhaltigkeit kann also auch bedeuten, bewusst bei Rohstoffen zu bleiben und sich über Alternativen auf derselben Ebene Gedanken zu machen.

Wenn wir nachhaltiger werden wollen, brauchen wir mehr Verständnis der Gesamt-Abläufe.
Andreas Pesnjak

Was genau meinen Sie damit?

Wenn wir nachhaltiger werden wollen, brauchen wir alle mehr Verständnis der Gesamt-Abläufe und eine bessere Aufklärung des Verbrauchers. Den einen, für alle gültigen und einfachen Weg, den viele anstreben, gibt es leider nicht. Zusätzlich kommt hinzu, dass Nachhaltigkeit ein sehr großer Begriff ist und von jedem anders interpretiert und verstanden wird. Für den einen sind es alternative Rohstoffe, für den anderen ist es Bio-Qualität, der dritte fordert eine Zertifizierung und der vierte versteht darunter den Verzicht auf ein bestimmtes Produkt. 
 

Wo liegen die Schwerpunkte von CREMER OLEO, wo können Sie unterstützen?

CREMER OLEO versucht, genau diese Vielfalt abzubilden und Lösungen für die unterschiedlichsten Ansätze parat zu haben oder zu entwickeln. Für viele Produkte haben wir sowohl alternative Rohstoffe als auch umfassende Zertifizierungen oder Zugang zu Bio-Qualitäten. Wir sind ein unabhängiges Handelshaus und können so sehr flexibel auf den Weltmärkten agieren und mit unseren Kunden nach den individuell besten Lösungen suchen.
 

Haben Sie dafür ein Beispiel?

Bio-Qualitäten spielen bei uns etwa im Bereich der Seifen-Rohstoffe seit Jahren eine große Rolle und sind bereits etabliert. Diese Partnerschaften ermöglichen uns heute auch den Zugriff auf Bio-Fettsäuren. Einen richtigen Fußabdruck konnten wir hier bislang aber nicht setzen, da es an größeren Pilotprojekten fehlt. Genau hier setzen wir aktuell an. Unsere Einladung: Sprechen Sie mit uns über Ihre Nachhaltigkeits-Strategie und lassen Sie uns gemeinsam umdenken und nicht einfach nur einen Rohstoff austauschen.

Business Manager Oleochemicals bei CREMER OLEO: Andreas Pesnjak

Andreas Pesnjak ist Business Manager bei CREMER OLEO und zuständig für Fettsäuren, Ester und Fettalkohole. Außerdem ist er Ihr Experte, wenn Sie generell Fragen zu unseren Rohstoffen für die Nahrungsmittel-Industrie haben.

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