Glycerin, E 422, C3H8O3: Viele Namen – ein vielseitiger Rohstoff
Glycerin kommt in der Natur ausgesprochen häufig vor. Es wird in tierischen und pflanzlichen Fetten und in fetten Ölen mit entsprechenden Fettsäuren verestert und kann als Zwischenprodukt bei der alkoholischen Gärung entstehen. Der Rohstoff wird in zahlreichen Industrien eingesetzt: von Kosmetik und Lebensmitteln über Pharma und Homecare bis hin zu technischen Anwendungen. Seine bekannteste Bezeichnung ist „Glycerin“. Häufig verwendet werden auch Glyzerin oder Glycerol.
Glycerol: Ein dreiwertiger Alkohol
Chemisch korrekt ist der Name Glycerol, da die Endung „-ol“ in der Chemie auf einen Alkohol verweist. Glycerin ist ein dreiwertiger Alkohol, genauer gesagt der einfachste dreiwertige Alkohol. Das bedeutet: Das Molekül besitzt drei sogenannte Hydroxygruppen. Diese funktionellen Gruppen prägen seine Eigenschaften und machen Glycerin für viele Anwendungen interessant.
Je nach Kontext werden für Glycerin unterschiedliche Bezeichnungen genutzt. In der Chemie steht häufig die Summenformel im Vordergrund. In der systematischen Nomenklatur wird der Stoff als Propan-1,2,3-triol bezeichnet. Für die eindeutige Identifikation in Datenbanken dient die CAS-Nummer 56-81-5. In der Lebensmittelindustrie wiederum ist Glycerin unter der Bezeichnung E 422 bekannt.
Die Summenformel C3H8O3
C3H8O3 ist die chemische Summenformel von Glycerin. Sie zeigt, aus welchen Atomen das Molekül besteht: drei Kohlenstoffatome, acht Wasserstoffatome und drei Sauerstoffatome.
Eine Summenformel gibt damit zunächst nur Auskunft über die Zusammensetzung einer chemischen Verbindung. Sie sagt jedoch noch nicht, wie die Atome miteinander verbunden sind oder welche funktionellen Gruppen im Molekül vorkommen. Deshalb wird Glycerin in der Chemie auch häufig mit der Formel C3H5(OH)3 dargestellt. Diese Schreibweise macht sichtbar, dass das Molekül drei Hydroxygruppen besitzt.
Genau diese drei OH-Gruppen sind entscheidend: Sie erklären, warum Glycerin als dreiwertiger Alkohol bezeichnet wird und warum es stark wasseranziehend, gut wasserlöslich und vielseitig einsetzbar ist.
Propan-1,2,3-triol: Der systematische Name
Propan-1,2,3-triol – oder auch einfach Propan 123 triol oder Propanetriol genannt – ist der systematische Name von Glycerin nach der IUPAC-Nomenklatur. Die International Union of Pure and Applied Chemistry (IUPAC) entwickelt weltweit einheitliche Regeln für die Benennung chemischer Stoffe. Ziel ist es, chemische Verbindungen möglichst eindeutig und nachvollziehbar zu beschreiben.
Der Name Propan-1,2,3-triol beschreibt den Aufbau des Moleküls sehr genau. „Propan“ weist auf das Grundgerüst mit drei Kohlenstoffatomen hin. Die Zahlen 1, 2, und 3 zeigen, dass an jedem dieser Kohlenstoffatome eine Hydroxygruppe gebunden ist. Die Silbe „tri“ steht für drei dieser Gruppen, die Endung „-ol“ kennzeichnet den Stoff als Alkohol.
Damit beschreibt Propan-1,2,3-triol auch die chemische Struktur von Glycerin.
CAS-Nummer: Die eindeutige Identifikation
Die CAS-Nummer 56-81-5 steht ebenfalls für Glycerin. CAS-Nummern werden vom Chemical Abstracts Service (CAS) vergeben und dienen der eindeutigen Identifikation chemischer Stoffe.
Das ist besonders wichtig, weil viele Stoffe mehrere Namen haben können: Trivialnamen, Handelsnamen, Summenformeln oder Übersetzungen können je nach Sprache, Branche oder Anwendung variieren. Eine CAS-Nummer bezieht sich dagegen eindeutig auf eine bestimmte chemische Substanz. Die Nummer 56-81-5 identifiziert reines Glycerin.
In der Praxis sind CAS-Nummern daher vor allem für Recherche, Dokumentation, Sicherheitsdatenblätter, regulatorische Fragen oder die internationale Kommunikation von Bedeutung. Sie helfen dabei, Missverständnisse zu vermeiden und chemische Stoffe eindeutig zuzuordnen.
E 422: Glycerin in der Lebensmittelindustrie
E-Nummern werden in der Europäischen Union für zugelassene Lebensmittelzusatzstoffe verwendet. Sie ermöglichen eine einheitliche Kennzeichnung auf Produkten und in Rezepturen.
In der Lebensmittelindustrie ist Glycerin daher als E 422 bekannt. Unter dieser Bezeichnung wird es unter anderen als Feuchthaltemittel, Weichmacher oder Lösungsmittel eingesetzt. Es kann dazu beitragen, die Konsistenz bestimmter Produkte zu verbessern, Feuchtigkeit zu binden oder Geschmacksstoffe und Lebensmittelfarben zu lösen. Typische Einsatzbereiche sind zum Beispiel Süßwaren, Gebäck, Kaugummi oder Getränkezubereitungen.
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